Baunebenkosten

Baunebenkosten: die vollständige Liste

BOB Redaktion2 Min. LesezeitAktualisiert:

Die kurze Antwort

Baunebenkosten machen beim Hausbau typischerweise 15–20 % der Gesamtkosten aus: Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % je nach Bundesland, Notar ca. 1,5 %, Grundbuch ca. 0,5 %), Planung und Statik, Genehmigungen, Gutachten, Versicherungen, Baustrom und Finanzierungskosten. Wer sie einzeln plant, wird nicht überrascht.

„Nebenkosten“ klingt nach Kleingedrucktem — tatsächlich sind es beim Bauprojekt regelmäßig 60.000 € und mehr. Diese Liste sortiert alle Posten in vier Gruppen, mit belegten Sätzen und den Positionen, die in kaum einem Angebot stehen.

Gruppe 1: Kaufnebenkosten des Grundstücks

Fällig kurz nach dem Notartermin, kaum verhandelbar, nicht finanzierbar — deshalb zuerst:

PostenSatzQuelle/Basis
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % je nach BundeslandLandesrecht
Notar≈ 1,5 %GNotKG (bundeseinheitlich)
Grundbuch≈ 0,5 %GNotKG
Makler (Käuferanteil)üblich 3,57 % inkl. USt.§ 656c BGB, hälftige Teilung
Grundschuldbestellung0,5–0,8 % der DarlehenssummeNotar + Grundbuch

Die Grunderwerbsteuer ist der größte Einzelposten und hängt allein vom Bundesland ab: Bayern 3,5 %, Thüringen 5,0 % (seit 2024 gesenkt), Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und das Saarland je 6,5 %. Deinen konkreten Betrag — Position für Position — liefert der Baunebenkosten-Rechner.

Steuer-Detail für Bauherren: Kaufst du erst das Grundstück und schließt den Bauvertrag später und unabhängig ab, fällt Grunderwerbsteuer in der Regel nur auf das Grundstück an — nicht auf das Haus. Bilden beide Verträge ein „einheitliches Vertragswerk“ (typisch beim Bauträger), wird der Gesamtpreis besteuert. Hier lohnt Beratung.

Gruppe 2: Planung und Genehmigung

Diese Posten entstehen, bevor die Baustelle existiert:

  • Architekt und Planung — nach HOAI je nach Leistungsumfang; auch beim GU-Vertrag steckt Planung im Preis
  • Statik und Tragwerksplanung
  • Bauantrag und Gebühren des Bauamts
  • Vermessung (Lageplan, Absteckung, Gebäudeeinmessung)
  • Bodengutachten — der Klassiker unter den „gesparten“ Posten, der sich bei den Erdarbeiten bitter rächt: Erdarbeiten sind laut POCASIO-Umfrage der häufigste Kostentreiber (49 % der Überschreiter)
  • Energieberatung und Nachweise (GEG-Nachweis, Blower-Door, ggf. QNG)

Gruppe 3: Während der Bauzeit

  • Baustrom und Bauwasser (Anschluss + Verbrauch)
  • Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung, ggf. Feuerrohbauversicherung
  • Hausanschlüsse (Strom, Wasser/Abwasser, Telekom/Glasfaser) — je nach Gemeinde und Lage sehr unterschiedlich
  • Baubegleitung/Sachverständige — freiwillig, aber gerade bei Abnahmen ihr Geld wert

Gruppe 4: Finanzierungsnebenkosten

Die stillste Gruppe, weil sie nicht als Rechnung vom Handwerker kommt:

  • Grundschuldbestellung (siehe oben)
  • Bereitstellungszinsen auf noch nicht abgerufenes Darlehen — nach der zinsfreien Zeit; was da zusammenkommt, zeigt dir der Bereitstellungszins-Rechner
  • ggf. Teilauszahlungszuschläge und Kontoführung laut Darlehensvertrag

So planst du Nebenkosten richtig

Der Fehler ist nicht, einzelne Posten zu unterschätzen — es ist, sie als einen Sammelposten zu führen. „Nebenkosten: 40.000 €“ kann niemand kontrollieren; zwanzig Einzelpositionen mit Beträgen schon. In BOB bringt die Kostenplan-Vorlage alle hier genannten Posten bereits als eigene Positionen mit — du musst nur Beträge eintragen und siehst sofort, was fehlt. Wie der Plan insgesamt aufgebaut wird, zeigt Kostenplan für den Hausbau erstellen.

Quellen und Stand

Geprüft am 25.09.2026. Zahlen-Artikel werden vierteljährlich aktualisiert. Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Finanzberatung.

Häufige Fragen

Als Faustwert 15–20 % der Gesamtkosten: rund 9–12 % Kaufnebenkosten auf das Grundstück plus 10–15 % Planungs- und Baunebenkosten auf die Bausumme. Bei 400.000 € Projektvolumen sind das schnell 60.000–80.000 € — Geld, das größtenteils vor dem ersten Stein fällig wird.

Bodengutachten, Vermessung, Bauwesenversicherung, Baustrom/Bauwasser, Hausanschlüsse und die Finanzierungsnebenkosten (Grundschuldbestellung, Bereitstellungszinsen). Einzeln klein, zusammen oft ein fünfstelliger Betrag.

Kaufnebenkosten in der Regel nicht — Banken erwarten sie aus Eigenkapital, weil ihnen kein Beleihungswert gegenübersteht. Planungs- und Baunebenkosten der Bausumme lassen sich meist mitfinanzieren, wenn sie im Kostenplan sauber ausgewiesen sind.

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